B 247 n(ein) – OU Ferna-Teistungen-Duderstadt: Unnötiges Straßenbauprojekt

25.03.2015 Beschluss

B 247 n(ein) – OU Ferna-Teistungen-Duderstadt: Unnötiges Straßenbauprojekt

Beschluss des Landesparteirats von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen

21. März 2015 in Nordhausen

Der Landesparteirat begrüßt die Bemühungen der Grünen im (thüringischen) Ober- und im (niedersächsischen) Untereichsfeld, die geplante Ortsumgehung der B247 Ferna-Teistungen-Duderstadt zu verhindern.

Die durch dieses Vorhaben der Trasse der neuen Umgehungsstraße um Duderstadt und Gerblingerode in Niedersachsen und um Teistungen und Ferna in Thüringen inkauf genommene Verschwendung von ca. 60 Millionen Euro für eine rel. geringe Verkehrsbelastung und die damit einhergehende Zerstörung von Landschaft, hochwertiger Ackerfläche und Natur wird scharf kritisiert. 

Andererseits fehlt Das Geld für Instandhaltung und Modernisierung bestehender Verkehrsinfrastruktur, Bahnsteckenelekrifizierungen und alltagsverkehrsfähige Radwegeverbindungen, die mehr vorangetrieben werden sollten. Die Grünen wollen ausdrücklich die Überprüfung aller Verkehrsprojekte für den neuen Bundesverkehrswegeplan auf ihren wirtschaftlichen und verkehrlichen Nutzen. 

Wesentlich ist zudem die Priorisierung aller Maßnahmen wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Solange keine Priorisierung erfolgt ist, sollten keine weiteren Straßenbauplanungen erfolgen.

Begründung:

Das Verkehrsaufkommen an der Zählstelle bei Ferna beträgt ca. 6.000 KfZ am Tag mit einer seit Jahren unter Schwankungen fallenden Tendenz. Die im Planfeststellungsverfahren prognostizierten Verkehrszahlen sind unrealistisch hoch und basieren auf falschen und überalterten Annahmen. Durch Maßnahmen, wie eines Durchgangsverbotes in dem Bereich für den LKW-Transitverkehr oder wenigstens einer Bemautung könnte das Aufkommen noch weiter gesenkt werden.  Darüber hinaus sind die extrem hohen Kosten unverhältnismäßig und diese Trasse würde nicht nur wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche, sondern auch ein weiteres Stück Eichsfelder Heimat zerstören.

Ein Vierteljahrhundert nachdem die Straßensperren zwischen Ost und West beseitigt wurden, dürfen nicht mehr unhinterfragt Straßen gebaut werden, deren Nutzen-Kosten-Verhältnis so schlecht sind, wie der geplante Neubau der B 247. Dabei ist dies angesichts seit Jahren zurückgehender Verkehrszahlen auf der B 247 und der weiter sinkenden Bevölkerungszahlen in Unter- und Obereichsfeld dringend geboten. Auch die hohen Investitionen in die parallel laufenden B 243 und A 38 haben dazu geführt, dass der Verkehr gebündelt wird und weniger über die B 247 läuft.

Bei einem täglichen Verkehrsaufkommen von 6.000 Fahrzeuge, wie an der Zählstelle Ferna ist kein teurer Straßenneubau erforderlich. Dies kann eine ausgebaute B 247 locker aufnehmen.

Außerdem würden unserer Landwirtschaft wertvolle Produktionsflächen entzogen. Der typischen Eichsfelder Landschaft würden weitere unverzeihbare Wunden zugefügt. Um mit dem PKW gerade mal eine Minute schneller auf die Autobahn zu gelangen, ist dieses Opfer nicht gerechtfertigt.  Gleichzeitig wird der Busverkehr umständlicher und länger - so wie jetzt schon für Wintzingerode.

Die geplanten Baukosten von 62,5 Mio. € (Kostensteigerungen durch schlampige Kostenschätzung noch nicht eingeschlossen)für eine neue B 247 von Ferna bis Duderstadt können an anderer Stelle sinnvoller und nutzbringender investiert werden. Diese wenigen Kilometer Straße kosten fast so viel wie die Elektrifizierung der gesamten Bahnstrecke Leinefelde-Gotha.

Kommentare

Ich habe dieses Thema erst jetzt gelesen. Warum dieses aufgegeben werden soll ist mir Schleierhaft. Die Grünen sollten wirklich nachdenken, was Sie da machen. Der Verkehr nimmt ständig zu und nicht ab. Wie kommt man darauf? Aus Richtung Heiligenstadt der Verkehr, der auf Teistungen trifft ist nicht unerheblich. Fehlt das in diesen Zahlen? [...] Sie treffen damit nur auf Unverständnis. [Von der Redaktion gekürzt]

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