Mehr Waldwildnis in Thüringen

11.05.2017

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Zum Thema Waldwildnis findet am 11. Mai eine Anhörung im Thüringer Landtag statt, bei der die von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Thüringen unterstützte Petition für mehr Waldwildnis und die Petition für eine forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes im Mittelpunkt stehen.

Anlässlich der Anhörung erklärt Rainer Wernicke, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen: „Urwälder sind Naturschätze. Wir wollen, dass Thüringen seiner Verantwortung für den Natur- und Artenschutz gerecht wird. Daher haben wir im Koalitionsvertrag festgelegt, im Laufe der Legislaturperiode 5 Prozent des Waldes dauerhaft aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Wir erwarten von der Landesregierung, die Waldwildnis in Thüringen zügig voranzubringen, unter anderem durch ein Waldwildnisgebiet am Possen, wie dieses mehr als 2.500 Menschen in der Petition 'Mehr Waldwildnis als Chance für Thüringen' gefordert haben. Denn viele Arten sind auf Naturwälder angewiesen und haben in bewirtschafteten Wäldern kaum Überlebenschancen.“

Größere Waldflächen, die dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen sind, haben an der deutschen Waldfläche lediglich einen Anteil von etwa 1 - 2 Prozent. Viele Tier- und Pflanzenarten sind jedoch auf Naturwälder angewiesen, in der alle Waldentwicklungsstadien repräsentiert sind und in denen Bäume alt werden dürfen und nicht bereits im jugendlichen Alter gefällt werden. Nur in großflächig ungenutzten Waldlebensräumen bildet sich das spezifische Flächenmosaik aus dynamisch wechselnden Waldentwicklungsstadien, welches vor allem für so genannte Urwaldarten die Nischen zum Überleben bietet. Nur in großflächig zusammenhängenden, nutzungsfreien Waldflächen kann die Vielfalt der Waldarten dauerhaft gesichert werden. Der unabhängige Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), der die Bundesregierung berät, fordert in seinem jüngsten Gutachten mehr Waldwildnis auf großer Fläche für Deutschland und liefert hierfür zahlreiche auch volkswirtschaftliche Argumente.

Wir haben viele gute Argumente und überzeugende Antworten auf häufige Einwände von Seiten der Forstwirtschaft. Diese könnt ihr in unserem Fragen- und Antwort-Artikel nachlesen.

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Kommentare

Grundsätzlich halte ich die Idee der Waldwildnis eine gute Sache. Es wird dabei jedoch ein ganz wichtiger Aspekt komplett ausgespart: die Fauna. Der wirkliche Artenreichtum stellt sich erst dann ein, wenn auch Großherbivore vorhanden sind. Wenn man jetzt nicht so weit gehen möchte, wieder Wildrinder o.dgl. im Wald auszusetzen (a) Ausgestorben, b) menschlicher Eingriff), so muss mann doch wenigstens das Thema Jagd mit betrachten und Rehen, Hirschen und Wildschweinen wieder die Chance geben zu tagaktiven Tieren zu werden. Reden wir nur von den Pflanzen und lassen alle Tiere außen vor (und bejagen Sie auch weiterhin) so wird die echte Waldwildnis ein halbe Sache. Große zusammenhängende Waldwildnisbereiche schaffen, die Jagd in diesen Gebieten gleich mit verbieten - nur so kann das was werden. So wie jetzt praktiziert viele kleine schlecht zugängliche Waldbereiche aus der Nutzung nehmen mag im Einzelfall vielleicht was bringen, kann aber im großen und ganzen nicht die einzige Lösung sein.

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