Aktives Mitglied zu sein, lohnt sich | Erfahrungsbericht einer Erstdelegierten bei der BDK

Die Bundesdelegiertenkonferenz in Leipzig hatte zwei Schwerpunkte: Europa und die Landtagswahlen in drei Ost-Landesverbänden. Mit einem klaren „Europa. Darum kämpfen wir.“ verabschiedeten die Delegierten ein Programm für ein starkes und demokratisches Europa, für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit – und gegen Ausgrenzung und Rechtspopulismus. Ska Keller und Sven Giegold wurden zum Spitzenduo der 40 Kandidaten umfassenden Europaliste gewählt. Thüringen war mit 21 Delegierten und 23 Ersatzdelegierten vertreten. Wir haben eine erstmals delegierte Thüringerin gebeten, uns einen Erlebnisbericht zu schreiben. Hier schildert Patricia aus dem Kreisverband Jena ihre Erfahrungen:

 

Die BDK im November in Leipzig war meine erste Delegiertenkonferenz. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Bevor die Konferenz am Freitag startete, nahm ich das Angebot an, am Neudelegiertentreffen teilzunehmen. Dort wurden allen, die das erste Mal delegiert waren, allgemeine Abläufe und Formalitäten erklärt – im ersten Moment ist das ganz schön viel. Dabei wurde auch angekündigt, dass es keine Pausen gibt und es sowohl Freitag, als auch Samstag vermutlich bis Mitternacht gehen werde. Zu diesem Zeitpunkt war mir spätestens klar, warum man eben nicht allein, sondern mit mindestens einem Ersatzdelegierten hinfahren sollte.

Ich saß pünktlich zur angekündigten Startzeit an meinem Platz und musste feststellen, dass die Startzeiten etwas flexibler sind als ich dachte. Das gab mir die Möglichkeit, mich damit vertraut zu machen, wer so alles um mich herumsaß. Es war ein fantastisches Gefühl, in einem riesigen Raum voller Grünen zu sitzen. Es hatte eine wahnsinnig motivierende Aura.

Am ersten Tag wurden zunächst viele Reden gehalten, beispielsweise von Annalena, Toni und KGE. Es dauerte entsprechend lang, bis die erste Abstimmung zum Europawahlprogramm abgehalten wurde. Der Vorteil war, dass ich mich mit den Delegierten, die um mich saßen, unterhalten und austauschen konnte. Wir nutzten die Zeit, uns etwas kennenzulernen und ließen uns einstimmen auf das, was noch vor uns liegen würde. Ich empfand das als ungemein motivierend, weil ich so spüren konnte, weswegen wir zusammengekommen waren. Am späteren Abend begannen dann einzelne Abstimmungen, bis die Tagesordnung gegen 23.30 Uhr ihr Ende fand.

Am Samstag ging das Programm bereits um 9 Uhr weiter. Doch damit nicht genug: Bereits eine Stunde früher waren bereits Regional- und Delegiertengruppentreffen angesetzt. Dieser zweite Tag war also sehr voll gepackt. Er begann fast direkt mit der Wahl der Europaliste und wurde nur zwischendurch mal kurz von anderen Abstimmungen zu unterbrochen.

Während der Abstimmungen hatte man das Gefühl ein Teil von etwas wirklich Wichtigem zu sein. Zu merken, dass die eigene Stimme Gewicht hat und dass man gerade selbst mitentscheiden darf, wer uns Grüne in Europa vertritt, war wirklich ein tolles Gefühl.

Nach neun Stunden ohne Pause, gegen 17 Uhr, fiel meine Konzentration dann extrem ab und ich war froh, an meinen Ersatzdelegierten abgeben zu können, um mir wenige Stunden Pause zu gönnen. Gegen 20 Uhr war ich wieder da und viel fitter, so dass ich die lange Liste an Plätzen, die noch bis Mitternacht gewählt wurden, voller Konzentration bewerten und über sie abstimmen konnte.

Ziemlich genau um Mitternacht waren wir fertig, doch obwohl der Tag lang und anstrengend war, ließen sich nur wenige die – wie ich erfuhr traditionelle – Samstagabend-Afterwork-Party entgehen. Bei Musik und dem ein oder anderen Getränk ließen viele den zweiten der drei BDK-Tage ausklingen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in der Leipziger Messe tanzen würde, noch dazu mit bekannten Grünen Frauen wie Annalena Baerbock, Ska Keller oder Anna Cavazzini. Es folgte eine kurze Nacht, weil es bereits am Sonntag um 9 Uhr mit der Wahl der Kandidatenliste weiterging. Gegen Mittag wurde ich von einer Ersatzdelegierten abgelöst. Danke, Sonja. Zwar war ich erschöpft von den langen Tagen, vor allem aber war ich zufrieden und noch etwas motivierter als vorher, weiterhin – und zusammen mit so vielen wundervollen Menschen – für die grüne Idee und unsere politischen Ziele einzutreten.

Ich kann jedem empfehlen, an einer BDK oder LDK (meine erste folgte gerade einmal zwei Wochen später – u.a. mit der Wahl unserer Landesliste für die Landtagswahl im kommenden Jahr) teilzunehmen. Man lernt viele grüne Mitstreiter kennen und darf aktiv am Geschehen auf Landes-, Bundes- und Europaebene mitgestalten. Ich danke meinem Jenaer Kreisverband für diese Erfahrung und grüße alle, die ich auf der BDK kennenlernen durfte.

Auf bald, ihr Lieben.

Patricia Luppe
(KV Jena)

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