Quarantäne-Regeln: Kinder dürfen nicht isoliert werden!

Die Lage ist ernst. Und dieser Ernst betrifft nicht nur diejenigen, die medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Denn auch die Anzahl von Kindern in häuslicher Quarantäne steigt deutlich. In diesem Zusammenhang wurden jüngst Regeln erlassen. Für unsere Landessprecherin Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt ist eines grundsätzlich klar: „Wer Erstkontakt ist, muss in Quarantäne und getestet werden. Unsere Gesundheitsämter leisten mit der aufwendigen Kontaktverfolgung eine wichtige Arbeit. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und Dank. Die Regeln jedoch, die Familien mit Kindern in Quarantäne auferlegt werden, sind realitätsfremd und müssen schnellstens angepasst werden.“

Denn Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Eine Gleichsetzung von Kindern und Erwachsenen lehnt Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt deswegen ab. „Kinder haben besondere kindliche Bedürfnisse – beispielsweise nach körperlicher Nähe und emotionalem Beistand. Besonders während einer emotional belastenden Situation, wie einer Quarantäne während einer Pandemie, dürfen diese nicht verwehrt werden. Familien vorzuschreiben, dass sie ihre Kinder häuslich absondern, keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr einnehmen und sich nicht länger als 15 Minuten im gleichen Raum aufhalten dürfen, ist hochgradig belastend und hat zudem mit der Lebensrealität von Familien nur wenig gemein.“

Deswegen setzen wir uns in dieser Situation für eine andere Schwerpunktsetzung ein: Die Oberste Priorität müssen neben der Gesundheit die kindlichen Bedürfnisse haben, nicht die Erhaltung der Arbeitskraft der Eltern. „Deshalb brauchen Eltern die Sicherheit, dass sie auch bei Quarantäne ihrer Kinder keine Angst um ihr Einkommen haben müssen, wenn sie dadurch zu Hause bleiben müssen. Homearbeit ist hier sicher auch eine Möglichkeit, so diese während der Betreuung möglich ist“, sagt unsere Landessprecherin. Und sieht den Freistaat in der Pflicht. „Das Land ist hier aufgefordert, schnellstens die Quarantäne-Regelungen zu überarbeiten und sie kindgerecht zu gestalten. Kindern muss es trotz Quarantäne weiter möglich sein, engen Kontakt zu ihren familiären Bezugspersonen des gleichen Haushaltes zu halten. Auch eine wochenlange Isolierung von Kindern in geschlossenen Räumen ist für die Erfüllung kindlicher Bedürfnisse ein Problem. In Quarantäne befindliche Kinder müssen sich in Begleitung der Eltern unter Wahrung der Abstände zu anderen an der frischen Luft aufhalten und bewegen dürfen“, fordert die grüne Landessprecherin abschließend.

 

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