Öffentlichen Nahverkehr stärken: Thüringens Städtekette braucht eine Regio-S-Bahn

Von Eisenach bis Gera soll künftig alle 15 Minuten eine Regio-S-Bahn fahren – das haben mehrere grüne Ratsfraktionen entlang der Thüringer Städtekette unter anderem in Erfurt, Weimar und Jena beantragt. Damit diese deutliche Verbesserung ab 2022 im Thüringer Nahverkehrsplan verankert wird, sollen die Stadtspitzen aus Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera gemeinsam den klaren Wunsch nach einem S-Bahn-Takt an die Landesregierung aussprechen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern einen 15-Minuten-Takt von Eisenach bis Gera

„Die Verbindung der Städtekette mit einem attraktiven Regio-S-Bahn-Angebot hat eine hohe Bedeutung für die Städte, die Regionen und den Wirtschaftsstandort Thüringen. Das stärkt die regionale Vernetzung und trägt in hohem Maße zu Klima und Umweltschutz bei,“ erklärt Initiator Heiko Knopf, Vorsitzender der Grünen Stadtratsfraktion in Jena.

„Wer die Strecke häufig nutzt, weiß, dass die Verbindung bereits jetzt sehr gut nachgefragt ist“, ergänzt Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt, Landessprecherin der Thüringer Grünen. „Viele Menschen nutzen bereits das kostengünstige, umweltfreundliche und schnelle Angebot und fahren mit dem Zug. Um die Verbindung aber noch attraktiver zu machen, braucht es dringend eine Erhöhung des Taktes, um häufigere Fahrten und auch mehr Komfort innerhalb der Züge anzubieten.“ Auch eine verstärkte Anbindung an Straßenbahnen und Busse sowie mehr Abstellmöglichkeiten für PKW und Fahrräder an den Bahnhöfen werden dringend benötigt.

Denn vor allem bei Pendler*innen sind noch erhebliche Fahrgastpotenziale vorhanden, was auch Erhebungen des Landes zum letzten Nahverkehrsplan bestätigten. Im Jahr 2016 nutzten demnach beispielsweise auf der Strecke zwischen Jena und Gera von 7600 Pendler*innen nur ca. 1200 die Bahn. Die verbesserte Anbindung an den Fernverkehrsknotenpunkt Erfurt, die ein Regio-S-Bahn-Takt mit sich bringt, wäre auch für Geschäftsreisende und Touristen attraktiver als bislang.

„Der Druck aus dem Kommunen wächst, denn im Bereich des ÖPNV hat sich in Thüringen in den letzten Jahren zu wenig getan. Wir hoffen, dass die bündnisgrünen Anträge Bewegung in die Sache bringen und dieser Vorstoß zu mehr regionalem Nahverkehr im Infrastrukturministerium gehört wird“, so Bohm-Eisenbrandt abschließend.

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