„Wem gehört das Land?“

Am 30. April hatte der Landesverband durch Beisitzer Michael Kost zu einer Diskussionsveranstaltung in Gernewitz bei Stadtroda zum Thema Landgrabbing eingeladen. Gekommen waren knapp 70 Bauern und Bäuerinnen. Darunter Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschlands, aber auch aus konventionellen Betrieben.

Nach einer einführenden Präsentation über die Entwicklung und Arbeit der gastgebenden Agrargenossenschaft Wöllmisse e.G. eröffnete Olaf Möller, Staatssekretär im Thüringer Umweltministerium und Nebenerwerbslandwirt mit einem Grußwort zum Thema die anschließende Diskussion. Dabei zeigte er den Spannungsbogen zwischen Ansprüchen von der Stadtbevölkerung an die Landbevölkerung und umgekehrt auf.

Die Moderation der Diskussion übernahm Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende im Bundestag. Herr Große, vertrat dabei als Vizepräsident die Positionen des Thüringer Bauernverbands. Herr Grolm, als Vorsitzender die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landswirtschaft Mitteldeutschlands. Dazwischen positionierten sich mit Friedrich Ostendorff, Agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion und Olaf Müller, landwirtschaftlicher Sprecher der Landtagsfraktion, mit ihren politischen Konzepten und Forderungen.

Am Thema der BVVG Flächen, ehemaligen LPG-Flächen, wurden deutlich, welchen Wandel es hier in den vergangenen 30 Jahren in der Thüringer Landwirtschaft gegeben hat. Und das die BVVG maßgeblich zu Preissteigerungen bei Landverkäufen und -verpachtungen begetragen hat.

Daraus resultieren nicht nur Schwierigkeiten für bestehende landwirtschaftliche Betriebe an Flächen zu kommen und diese wirtschaftlich bewirtschaften zu können. Auch für Jungbauern kommen aufgrund vielfältiger Hindernisse in Thüringen kaum an die benötigten Flächen um einen neuen Hof gründen zu können.

Olaf Müller erörterte die vielfältige Problemlage und kündigte eine Gesetzesinitiative für die kommende Legislatur für ein Bodenverkehrsreformgesetz an. Für ihn sei klar, dass dies auch eine zentrale Forderung in möglichen Koalitionsverhandlungen sein müsse um die ländlichen Raum in Thüringen zu stärken und vor landwirtschaftsfremden Investoren zu schützen. Denn nur so können landwirtschaftliche Betriebe auch in Zukunft ihre zentrale Rolle in einer Region wahrnehmen, in der sie wirtschaften, sich aktiv vor Ort für die Menschen engagieren und das Zusammenleben gestalten.

Der Abend klang bei einer kleinen Stärkung aus dem angrenzenden Hofladen mit intensiven Zwiegesprächen unter allen Beteiligten aus.

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