Jetzt zählt sozialer Zusammenhalt mehr denn je!

Nachdem wir am 4. März endlich eine handlungsfähige Regierung wählen konnten, nachdem wir nach dem 4. März hofften, nun endlich alle die Dinge erledigen zu können, die bei der durch AfD, FDP und CDU ausgelösten Krise liegengeblieben waren, schob sich zuerst fast unmerklich, dann aber mit einer ungeheuren Wucht die Viruserkrankung Covid-19 in unsere Gegenwart. Corona bestimmt unser Leben auf eine nie gekannte Weise. Es verändert unser äußeres Leben, unsere Wahrnehmung, ja unsere Werte und unsere scheinbar abzusehende Zukunft. Grundrechte werden außer Kraft gesetzt, soziales Verhalten wird neu und anders definiert. Der, der sich selbst effektiv schützt, schützt die Gesellschaft am besten. Körperliche Kontakte sollten gar nicht mehr oder nur im engsten Familienkreis und nicht gegenüber den Großeltern stattfinden. Enkel sollten ihre Großeltern nicht mehr sehen. Und dergleichen mehr.

Danke an alle, die alles am Laufen halten

Ein riesiges Dankeschön richten wir an dieser Stelle an all die Menschen, die trotz des Risikos einer Ansteckung und trotz der Ausnahmesituation weiter ihre so wichtigen Jobs machen. Das betrifft vor allem medizinisches Personal in Krankenhäusern, in Altenheimen, in Apotheken, aber auch Erzieher*innen, Polizei, Angestellte im Einzelhandel, bei der Müllabfuhr, bei der Wasserversorgung und in der Logistik. Tausend Dank für eure Arbeit! Die Krise zeigt, wovor viele bereits vorher gewarnt haben: Systemrelevante Berufe sind viel zu oft unterbezahlt und zu wenig anerkannt! Nach der Krise wird es eine wichtige Aufgabe sein, das zu ändern.

Miteinander füreinander

Auch und gerade in dieser schwierigen Situation gibt es ebenso für Bürgerinnen und Bürger Möglichkeiten, unser Gemeinwesen zu unterstützen. Bereits jetzt bieten viele Menschen Nachbarschaftshilfe an, wofür wir uns ebenfalls herzlich bedanken möchten. Sei es das Einkaufen für ältere Mitbürger*innen, das Gassigehen mit Haustieren von gefährdeten Menschen oder ein Anruf im Seniorenheim – gegenseitige Unterstützung ist jetzt das Gebot der Stunde, und bereits diese kleinen Gesten helfen viel! Es ist toll zu sehen, dass der Mensch, allen Unkenrufen zum Trotz, auf gelingende Beziehungen, auf partnerschaftliches Verhalten angelegt ist. Das hilft uns besonders in Krisen. Achtet jedoch auch beim Helfen auf genügend Abstand und Kontaktvermeidung.

Krisen bringen aber natürlich auch Schwierigkeiten mit sich. Die häusliche Quarantäne ist besonders für Personen und Familien problematisch, die zu Hause keinen sicheren Platz haben. Die räumliche Enge führt gerade bei Menschen mit Gewaltproblemen verstärkt zu Aggressionen und damit zu mehr Fällen von häuslicher Gewalt. Bitte haltet die Augen offen und seid aufmerksam – schaut nicht weg, falls ihr bei Nachbar*innen oder Freund*innen häusliche Gewalt bemerkt und bietet eure Hilfe an. Je früher ihr besonnen reagiert, desto eher kann Unglück vermieden werden. Rund um die Uhr steht beispielsweise unter 08000 116 016 das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ bereit. Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, leiden unter dem Social Distancing besonders. Seid auch hier aufmerksam und bietet eure Hilfe an.

Hier bieten wir eine Übersicht über Initiativen vor Ort.

Die ernste Lage wirklich ernst nehmen

Wir bitten euch auch: Informiert euch über die aktuelle Lage, nehmt die Empfehlungen ernst und geht nur für notwendige Dinge aus dem Haus, haltet Abstand! Ansonsten aber beschäftigt euch mit anderen Dingen. Helft wo ihr könnt, aber lasst es euch auch den Umständen entsprechend gut gehen. So vieles, was jetzt erledigt werden kann; so vieles, was man mal wieder machen kann. Gesellschaftsspiele, Bücher lesen, einsame Spaziergänge und Menschen anrufen, die man schon lange mal wieder sprechen wollte. Sucht die Chancen in der Situation. Mit Ruhe, Besonnenheit und Solidarität können wir gemeinsam die Situation meistern.

Wir als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN folgen auch hier der Wissenschaft. Wir reagierten von Anfang an weder zögerlich noch aufputschend, sondern begleiten diesen schwierigen Prozess so gut es geht mit Augenmaß und auf der Höhe der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Für uns ist es klar, dass es sich hier um empirische Erkenntnisse handelt, die sich jeden Tag verändern und erweitern können. Wir lehnen jede Form von Unwissenschaftlichkeit ab. Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, pseudomedizinischen Ratschlägen oder Verschwörungstheorien. Wir vertrauen der Handlungsweise und den Anordnungen unserer gewählten Legislative und Exekutive, die wir in dieser Zeit unterstützend kritisch begleiten. Für alle, die Fragen zum eigenen Verhalten haben und nicht genau wissen, wo sie sich seriös informieren können, empfehlen wir den täglichen Podcast vom NDR mit Christian Drosten auf YouTube, Chefvirologe der Charité, der auch die Bundesregierung berät; den Twitterkanal und die täglichen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI); die entsprechenden landesweiten und regionalen Formate bei MDR Thüringen und den thüringischen Zeitungen wie TLZ, OTZ, TA, Freies Wort usw., die konkrete Maßnahmen der Landesregierung und der Kommunen kommunizieren und zum Teil Corona-Newsletter anbieten. Überall hier findet seriöse, schnelle und verifizierbare Berichterstattung statt.

Auch wir zurren gerade einige Ideen fest, wie wir uns hier noch besser einbringen können, und werden euch darüber und über unsere Angebote auf dem Laufenden halten.

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