Den aktuellen Entwurf zur Hochschul-Rahmenvereinbarung kommentiert Luis Schäfer, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
„Der vorliegende Entwurf mindert die Attraktivität des Hochschulstandorts Thüringen deutlich, sowohl innerhalb Deutschlands als auch international. Von einer auskömmlichen Finanzierung ist der Entwurf weit entfernt und setzt die Hochschulen damit noch mehr unter Druck. Ausdruck dessen ist auch eine breit getragene Petition für eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung der Thüringer Hochschulen, deren Anliegen wir ausdrücklich teilen.
Wenn Thüringen für Studierende und Forschende ein attraktives Land sein will, braucht es hier dringend Nachbesserungen. Das Bildungsministerium ignoriert bislang, dass auch die Hochschulen mit deutlichen steigenden Kosten zu kämpfen haben. Sollten die vorgesehenen Mittel nicht erhöht werden, werden Professuren und Mitarbeitendenstellen aus Kostengründen gestrichen werden müssen. Das beeinträchtigt die Qualität von Forschung und Lehre.
Es ist richtig, dass Thüringen eine Strukturreform der Hochschulen braucht. Um Kooperationen zwischen den Hochschulen aufzubauen, braucht es aber Geld, um die entsprechende Struktur auf den Weg zu bringen. Das ist im aktuellen Entwurf nicht vorgesehen. Kooperationen dürfen zudem kein Mittel sein, um pauschal Kosten und Personal zu sparen, sondern müssen eine sinnvolle Perspektive bieten.
Auch die enthaltenen „Verbundprofessuren“ sehen wir kritisch. Professor*innen, die in Teilzeit zusätzlich Unternehmen leiten, sind kein geeignetes Mittel, um Hochschulen näher an die Gesellschaft zu rücken. Wichtiger ist es, Beschäftigten im Mittelbau mehr Sicherheit und Perspektive zu geben, statt sie am langen Arm verhungern zu lassen.“