Grenze der Studiendauer fatal für Teilhabe

Luis Schäfer, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, kritisiert die geplante Einführung einer Höchststudiendauer scharf. Die Regelung sende ein fatales Signal an Studierende und verschärfe bestehende soziale Ungleichheiten, statt Teilhabe zu ermöglichen. Schäfer erklärt dazu:

„Studierende, die zu lange brauchen, sollen künftig rausgeschmissen werden. Was für ein fatales Signal an Studierende, die eh schon genügend mit Leistungsdruck und existenziellen Sorgen zu kämpfen haben. Während Thüringens Universitäten immer mehr ökonomisch unter Druck geraten, wird der Druck einfach an die Studierenden weitergegeben. Krankheiten, Kinderbetreuung, nötige Nebenjobs –  es gibt viele Gründe warum Studierende länger brauchen können. Unter dem Schein der Gleichbehandlung wird eine Höchststudiendauer eingeführt, die am Ende genau diejenigen hart trifft, die eh schon mit strukturellen Nachteilen zu kämpfen haben. Diese Studierenden werden auch schon heute durch die Langzeitstudiengebühren, die es außer in Thüringen nur in weiteren drei Bundesländern überhaupt gibt, massiv belastet und jetzt kommt der zweite Hammer.

Warum diese Regelung in Zeiten rückläufiger Studienzahlen und während des Fachkräftemangels notwendig ist, erschließt sich nicht. Stattdessen brauchen Studierende ein förderndes Lernumfeld, das soziale Härten und Ungleichheiten ausgleicht, statt sie zu befeuern. Studierende müssen wieder in den Fokus der Thüringer Hochschulpolitik, um den Hochschulstandort Thüringen langfristig voranzubringen.“