Rückgang der Wintervögel ist Alarmzeichen – GRÜNE: Artenschutzsofortprogramm JETZT! – Lebensräume sichern und Flächenverbrauch stoppen

Die heute veröffentlichten Ergebnisse der NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ zeigen erneut einen besorgniserregenden Trend: Immer weniger Vögel werden in Thüringens Gärten und Parks gezählt. Besonders der anpassungsfähige Haussperling, einst Allerweltsvogel, ist weiterhin deutlich auf dem Rückzug. Diese Entwicklung kommentiert Luis Schäfer, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:


„Die hohe Beteiligung an der Vogelzählung zeigt: Die Menschen sind weiter als die Politik, wenn es um den Schutz unserer Natur geht. Denn wenn selbst der Haussperling verschwindet, ist das kein Naturphänomen, sondern ein politisches Alarmsignal. Der Rückgang der Wintervögel ist die direkte Folge von Flächenfraß und einer Landwirtschaft, die zu oft gegen die Natur arbeitet. Jeder weitere Quadratmeter Versiegelung ist ein weiterer Quadratmeter weniger Lebensraum – das können wir uns nicht länger leisten. Vögel brauchen keine Symbolpolitik, sondern Lebensräume: artenreiche Landschaften, naturnahe Wälder und Platz auch in unseren Städten. Ob im Garten, auf dem Acker oder im Wald: Ohne konsequenten Artenschutz wird das Vogelsterben weitergehen – mit Folgen für uns alle.“


Daher fordert Luis Schäfer: „Um den rasanten Schwund an Arten in unserer Heimat aufzuhalten braucht es ein Artenschutzsofortprogramm. Zentral ist dabei der konsequente Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen – in der Agrarlandschaft ebenso wie im Wald, an Gewässern und in unseren Städten und Dörfern. Kurzfristige Erfolge lassen sich dabei insbesondere mit Hecken erzielen, die Hotspots der Artenvielfalt sind. Sie bieten Nahrung, Brutplätze und Schutz. Der Schutz und die Neuanlage von Hecken müssen wieder selbstverständlicher Teil von Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik werden. Artenschutz beginnt am Feldrand – mit Hecken statt kahler Landschaften.“


Weiterhin fordert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen im Rahmen eines Artenschutzsofortprogramms:


• die Stärkung und Ausweitung von Schutzgebieten sowie die vollständige Sicherung der Natura-2000-Flächen,
• eine verbindliche landesweite Biotopverbundplanung, um Lebensräume wieder zu vernetzen,
• die Reduktion des Flächenverbrauchs bis hin zu einem Netto-Null-Ziel und konsequente Entsiegelung,
• eine naturverträgliche Landwirtschaft mit weniger Pestiziden, mehr artenreichen Äckern und Grünland,
• sowie naturnahe, strukturreiche Wälder mit mehr Totholz, Biotopbäumen und nutzungsfreien Bereichen.