Thüringer Städte werden beim Fernverkehr immer mehr abgehängt. Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen zeigen wir auf, dass das eine politische Entscheidung ist, die umkehrbar ist. Eine entsprechende Gesetzesinitiative der bündnisgrünen Bundestagsfraktion ist in den Bundestag eingebracht. Hierzu kommentieren:
Ann-Sophie Bohm, bündnisgrüne Landessprecherin: „Mit der InterCity-Linie 51 hat Ostthüringen in der letzten Woche seine letzte Fernverkehrsanbindung verloren. Nordthüringen wird durch den unzuverlässigen Nahverkehr immer häufiger abgeschnitten. Und gleichzeitig ist die Finanzierung des vollständigen Ausbaus der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Weimar und Gößnitz nicht abgesichert. In den letzten Jahren haben in Thüringen immer mehr Städte ihre Fernverkehrsanbindung verloren. Das macht Bahnfahren unattraktiver, verschlechtert die Erreichbarkeit ganzer Regionen und ist damit ein handfester Standortnachteil für Unternehmen und die Universitäten in Weimar und Jena. So darf es nicht weitergehen! Die Menschen in Thüringen brauchen die Gewissheit, dass sie bequem und zuverlässig mit dem Zug unterwegs sein können“.
Matthias Gastel, Bahnexperte der bündnisgrünen Bundestagsfraktion: „Mit unserer Gesetzesinitiative im Bundestag setzen wir genau hier an: Wir wollen erreichen, dass mehr Städte in Deutschland einen Anschluss an den Fernverkehr bekommen und der Deutschland-Takt alle Regionen. Künftig sollen nach unseren Vorschlägen Fernverkehrslinien nicht nur dort verkehren, wo die Deutsche Bahn Gewinne erwirtschaftet, sondern auch dort, wo günstigere Trassenpreisen herrschen und die Möglichkeit besteht, dass auch der Bund Fernverkehrslinien bestellt. Profitieren würde davon vor allem der Osten Deutschlands: in Thüringen würden 12 Ober- und Mittelzentren wieder einen zuverlässigen Anschluss an den Fernverkehr bekommen, darunter Nordhausen, Jena, Weimar und Gera“.
Henning Eggers, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Thüringen e.V.: „Eine gedeihliche Landesentwicklung in allen Regionen Thüringens ist nur mit einem flächendeckenden Fernverkehrsnetz nach dem Deutschlandtakt möglich. Das Abhängen ganzer Regionen vom Fernverkehr ist verkehrspolitisch kontraproduktiv und entwickelt sich für immer mehr thüringische Städte zu einem Standortrisiko. Daher muss der Bund endlich selbst aktiv werden und seiner Verantwortung für ein attraktives Verkehrsangebot nachkommen. Das bisherige Organisationsmodell im Fernverkehr ist gescheitert. Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, um die Verkehrswende zu gestalten. Ein attraktiver Fernverkehr lockt mehr Fahrgäste in die Züge und verbessert die Erreichbarkeit der thüringischen Regionen“.
Hintergrund:
Gesetzesinitiative von Bundestagfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/was-unsere-politik-fuer-dich-bedeutet/fernverkehr-unser-gesetz-bringt-den-intercity-zurueck-in-deinen-bahnhof/
