Thüringen bei Streckenreaktivierungen bundesweit auf dem Abstellgleis – BÜNDNISGRÜNE fordern Reaktivierung von Ohratalbahn, Pfefferminzbahn, Höllental- und Werrabahn

Zur aktuellen Recherche der „Allianz pro Schiene“ zur Reaktivierung von Bahnstrecken in den kommenden Jahren erklärt Ann-Sophie Bohm, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:


„Deutschlandweit nimmt die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken endlich Fahrt auf. Umso unverständlicher ist es, dass Thüringen bislang keine eigenen konkreten Reaktivierungsvorhaben vorantreibt. Während andere Bundesländer handeln, droht Thüringen das Abstellgleis.“


Die Allianz pro Schiene geht davon aus, dass bis 2035 deutschlandweit mehr als 900 Kilometer Schienenstrecke reaktiviert werden könnten. Das Bündnis spricht von so guten Chancen wie nie zuvor für die Wiederbelebung stillgelegter Bahnverbindungen. 


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen fordern deshalb die Landesregierung auf, endlich konkrete Schritte zur Reaktivierung geeigneter Strecken im Freistaat einzuleiten. Besonders geeignet sind aus Sicht der Bündnisgrünen die Ohratalbahn Gotha–Gräfenroda, die Pfefferminzbahn mit den Abschnitten Sömmerda–Straußfurt und Buttstädt–Großheringen sowie der Lückenschluss Eisfeld–Coburg auf der Höllental- und Werrabahn.


Ann-Sophie Bohm weiter:


„Diese Bahnstrecken sind keine nostalgischen Projekte, sondern echte Zukunftsinfrastruktur. Reaktivierungen schaffen neue Mobilität für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler, ältere Menschen und Familien im ländlichen Raum. Wer wieder einen Bahnanschluss vor Ort hat, gewinnt Freiheit, Lebensqualität und echte Alternativen zum Auto.


Gerade in Thüringen mit seinen vielen ländlichen Regionen können reaktivierte Bahnstrecken Orte wieder miteinander verbinden, die heute vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten sind. Fehlende Verbindungen und Lücken im Bahnnetz erschweren den Alltag vieler Menschen – sei es auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Arzt. Eine moderne Verkehrspolitik muss diese Lücken endlich schließen.“


Die Grünen verweisen darauf, dass Reaktivierungen nicht nur klima- und verkehrspolitisch sinnvoll seien, sondern auch wirtschaftliche Chancen für Regionen eröffneten. Laut Allianz pro Schiene profitieren insbesondere Mittelzentren und ländliche Räume von einer besseren Schienenanbindung. 


„Die Infrastruktur vieler Strecken ist bereits vorhanden. Jetzt braucht es politischen Willen statt weiterer Verzögerungen. Thüringen darf bei der Renaissance der Schiene nicht länger auf dem Abstellgleis stehen“, so Ann-Sophie Bohm abschließend.

Hintergrund:

https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/reaktivierung-nimmt-fahrt-auf

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