Waldzustandsbericht 2025 – „Der Umweltminister hat keine Ahnung, was er zur Rettung des Grünen Herzens machen soll“

Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen zum heute vorgestellten Waldzustandsbericht 2025
„Der Umweltminister hat keine Ahnung, was er zur Rettung des Grünen Herzens machen soll“

Zum heute vorgestellten Waldzustandsbericht 2025 erklärt Luis Schäfer, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, seine große Besorgnis über den Zustand der Thüringer Wälder und kritisiert das Handeln der Landesregierung scharf:

„Dem Thüringer Wald geht es schlecht. Über drei Viertel der Waldflächen in Thüringen gelten als nicht gesund und trotzdem wird weiterhin planlos agiert. Wenn Umweltminister Tilo Kummer angesichts dieses Berichts von einem angeblichen ‚Grünerwerden der Wälder‘ spricht, ist das zynisch. Es zeigt, dass diese Landesregierung die dramatische Lage nicht nur verkennt, sondern sie wider besseres Wissen schönredet und ignoriert.“

Schäfer kritisiert insbesondere den Auftritt der Landesregierung in der heutigen Regierungsmedienkonferenz:
„Die Landesregierung redet viel vom Grünen Herzen, aber retten wollen sie es nicht. Statt Verantwortung zu übernehmen, werden Probleme relativiert. Tilo Kummer hat offenbar keine Ahnung, was er tun soll. Dabei gäbe es sehr wohl konkrete Handlungsspielräume und Maßnahmen, die jetzt dringend ergriffen werden müssten.“

Statt die alarmierenden Ergebnisse des Waldzustandsberichts weiter zu relativieren, braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln. Notwendig sind die Entwicklung eines Landesprogramms zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung, eine deutliche Erhöhung der Menge des Baumholzes auf mindestens 70 Prozent der Vorräte entsprechender Naturwälder sowie der klare Vorrang natürlicher Sukzession gegenüber flächigen Wiederaufforstungen, um eine wirklich klimaresiliente Waldentwicklung zu ermöglichen. Zentrale Maßnahmen sind beispielsweise der konsequente Rückbau von Entwässerungsgräben zur besseren Wasserspeicherung in den Wäldern sowie die verbindliche Integration lebender Biotopbäume und von Totholz als Standard in der Waldbewirtschaftung.

„Der Wald braucht endlich politischen Willen statt Planlosigkeit“, so Schäfer abschließend.