Zur Ankündigung der Landesregierung, das Rennsteiglied verpflichtend in den Thüringer Lehrplänen zu verankern, erklärt Ann-Sophie Bohm, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
„Gegen regionales Liedgut im Unterricht ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber angesichts der Herausforderungen, vor denen unsere Schulen stehen, frage ich mich schon: Hat Ministerpräsident Mario Voigt wirklich keine wichtigeren bildungspolitischen Prioritäten?
Unsere Schulen kämpfen mit Unterrichtsausfall, Lehrkräftemangel und einem Reformstau. Die Welt verändert sich rasant, unser Schulsystem verharrt jedoch im vorletzten Jahrhundert. Schülerinnen und Schüler brauchen heute vor allem die Fähigkeit, kritisch zu denken, Informationen einzuordnen, eigenständig Lösungen zu entwickeln und Konflikte konstruktiv auszutragen. Diese Kompetenzen müssen endlich stärker im Mittelpunkt unserer Schulen stehen.
Doch statt die Lehrpläne zukunftsfest zu machen und die Schulen bei der Bewältigung der Reformen zu unterstützen, setzt die Landesregierung auf Symbolpolitik. Das Rennsteiglied wird kein einziges Problem lösen. Ich frage mich deshalb: Interessiert sich der Ministerpräsident auch für gute Schulen – oder nur für Schlagzeilen? Thüringen braucht keine ideologischen Nebenschauplätze, sondern eine Bildungsreform, die unsere Schulen fit für die Zukunft und unsere Kinder stark macht.“