Luis Schäfer, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen, kritisiert die jüngsten Äußerungen von Umweltminister Tilo Kummer zum Schutz von Kormoran und Fischotter im MDR scharf:
„Ein Umweltminister muss den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen im Blick haben – und darf nicht zum Interessenvertreter einzelner Wirtschaftszweige werden. Bei Tilo Kummer entsteht allerdings zunehmend der Eindruck, dass die Anliegen der Fischereiwirtschaft Vorrang vor dem Artenschutz haben. Die jüngsten Äußerungen zum Kormoran und zum Fischotter sind dafür ein weiteres Beispiel.
Natürlich müssen wir die wirtschaftlichen Herausforderungen der Thüringer Fischereibetriebe ernst nehmen. Wassermangel, steigende Kosten und Klimawandelfolgen setzen die Betriebe unter erheblichen Druck. Doch daraus darf kein Freibrief werden, den Artenschutz immer weiter zurückzufahren. Stattdessen braucht es nachhaltige Lösungen, die sowohl die wirtschaftliche Existenz der Betriebe als auch den Schutz unserer heimischen Arten sichern.
Mit der Lockerung der Kormoranverordnung hat Kummer bereits den Weg für weitergehende Eingriffe geebnet. Nun stellt er auch den Schutz des Fischotters zunehmend infrage. Dabei steht dieser weiterhin auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Wer bei jeder Interessenkollision reflexartig den Schutzstatus bedrohter Tiere in Frage stellt, betreibt keine ausgewogene Umweltpolitik, sondern astreine Klientelpolitik.
Wir erwarten von einem Umweltminister, dass er den Artenschutz verteidigt und Interessenkonflikte auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit Augenmaß löst. Kummer macht derzeit das Gegenteil: das ist dem Amt eines Thüringer Umweltministers nicht angemessen.“