Feldforschung: Documenta Fifteen

Die Documenta Fifteen ist in aller Munde. Durch den Skandal, den die als antisemitisch eingestufte großflächige Banner-Installation „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi entfacht hat, geriet die Auseinandersetzung mit der Grundidee der diesjährigen Schau in den Hintergrund. Eine Idee, die von kollektiver Verantwortung und Nachhaltigkeit geprägt ist, eine Idee, die für uns als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wenn nicht vorbildhaft, so doch zumindest hoch anregend ist. Wir wollen deshalb eine Gelegenheit geben diese Ideen gemeinsam zu erleben.

Mit einer professionellen Führung, eventuell auch mit einem Gespräch mit den Kuratoren Ruanggrupa, wollen wir durch die verschiedenen Räume der Documenta wandern. Wir konnten den führenden Linguisten für Indonesien Prof. Dr. Bernd Nothofer gewinnen, der in den 80er Jahren in den Langhäusern geforscht hat und uns die traditionelle Basis für Lumbung (indonesisch für Reisscheune bzw. Reisspeicher), den Kollektivgedanken der Künstlerkollektive beibringt: lokale Verankerung, Humor, Großzügigkeit, Unabhängigkeit und Transparenz.

Die der lumbung-Praxis der documenta fifteen zugrunde liegenden Ideen und Werte konkretisieren sich anhand von drei Netzwerken: lumbung inter-lokal, dem Kassel Ekosistem und lumbung Indonesia. Während es sich bei lumbung inter-lokal um ein weltweites Netzwerk handelt, sind das Kassel Ekosistem und lumbung Indonesia fest an ihren jeweiligen Standorten verankert. Alle drei Netzwerke möchten dauerhafte Plattformen für nachhaltiges Handeln aufbauen, die über die documenta fifteen hinaus fortbestehen (Quelle: www.documenta-fifteen.de).

Aus Thüringen kommt man mit dem 9-Euro-Ticket bequem nach Kassel. Um 12 Uhr gibt es eine gemeinsame Führung. Danach mag jede*r ein wenig nach eigenem Gusto die Eindrücke vertiefen. Von 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr würden wir dann ein Gespräch mit ruangrupa und interner Diskussion anbieten. Unsere Freund*innen aus Kassel stellen uns dafür ihre Parteiräume zur Verfügung.

Anschließend gestaltet jede*r eigenständig weitere Ausstellungsbesuche oder die Heimfahrt. Im Nachgang würden wir noch einen digitalen Feierabend anbieten, der sich mit entsprechenden Fachreferent*innen intensiver mit den Antisemitismusvorwürfen auseinandersetzt.

Den genauen Ablaufplan senden wir rechtzeitig nach der Anmeldephase an alle Teilnehmenden.