Flughafen: Nicht auf totes Pferd setzen

Zur aktuellen Debatte um die Zukunft des Flughafens Erfurt-Weimar, die Einschätzung seitens des Rechnungshofes und die Reaktion des zuständigen Ministers Hoff erklärt Bernhard Stengele, Landessprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:

„Der Thüringer Rechnungshof hat bestätigt, dass im Betrieb des Flughafens Kosten und Nutzen in gar keinem gesunden Verhältnis stehen. Wer davor die Augen verschließt, die klar fallenden Nutzerzahlen ausblendet und starr am Standort festhält, geht ziellos mit öffentlichen Geldern um, weil er auf ein quasi totes Pferd setzt. Und – was noch folgenschwerer ist – der hat die zentrale Zukunftsfrage für die Thüringer Wirtschaft nicht verstanden: Es geht darum die Ökonomie für die Zukunft und die damit verbundenen neuen Herausforderungen der Klimakrise fit zu machen. Vor allem in den Ministerien für Wirtschaft und Infrastruktur wird die Einsicht umgesetzt werden müssen: Unser Fokus muss den klimagerechten Branchen gelten. Da geht der Weg hin, ausnahmslos – und deswegen sollten wir uns konsequent auf diesen Weg begeben“, fordert Stengele.

„Natürlich geht es in der Debatte auch um Arbeitsplätze. Nach Angaben des Flughafens geht es um ‚über 130‘ vor Ort. Die Zahl ist im Vergleich mit den über 10 000 Angestellten, die bereits jetzt in Thüringen im Bereich der nachhaltigen Mobilität arbeiten, die deutlich kleinere, trotzdem können und wollen wir auch hier niemanden im Stich lassen. Deswegen geht es darum, für die aktuell am Flughafen Beschäftigten gute und passende Lösungen zu finden – und zwar bevor der Standort fällt. Und dieser Moment wird kommen – freiwillig oder nicht. Ab 2024 sind keine Landessubventionen mehr möglich. Spätestens dann gehen die Lichter aus, weil der Flughafen bis dahin nicht konkurrenzfähiger sein und sich nicht selbst tragen können wird“, so der grüne Landessprecher abschließend.

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