Grünen-Landessprecher beschämt über #allesdichtmachen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Landessprecher Bernhard Stengele, selbst Schauspieler und Regisseur, ist beschämt über die Social Media-Aktion verschiedener, vor allem durch Film und Fernsehen bekannter Schauspieler*innen, die unter den Hashtags #allesdichtmachen und #niewiederaufmachen mit schön gemachter, aber billiger Polemik in Querdenken-Rhetorik gegen die Corona-Maßnahmen wettern.
 
„Ich finde es beschämend, dass Menschen, die ihren Wohlstand und ihr Renommee dem Kunstkommerz verdanken, so wenig soziale und psychologische Empathie besitzen und sich in dieser Form über das menschliches Leid und die soziale Not der tatsächlich Betroffenen hinwegsetzen“, so Stengele gegenüber der Presse.
 
Der international erfahrene Theatermann ist sich mit vielen Künstler*innen dahingehend einig, dass weder die künstlerischen Mittel noch die Personen glaubwürdig für ein legitimes, kritisches Hinterfragen der Maßnahmen seien. „Wie die Fußball-Millionäre, genießen die Personen, die sich jetzt hinter #allesdichtmachen versammeln, Privilegien, von denen die allermeisten Künstler*innen und Kunstbegegleiter*innen, die Soloselbständigen und Gastronom*innen nur träumen können“, erklärt Stengele und beruft sich auf einen der bedeutendsten Literaten des Vormärz, Georg Büchner: „Die Betroffenen wohnen nicht in Palästen, sondern in Hütten! Klugheit und Verständnis statt Ich-Bezogenheit würden helfen, angemessen auf die komplexe Situation zu reagieren und den Fokus auf diejenigen zu richten, die es tatsächlich am härtesten trifft. Spätestens wenn Hans-Georg Maaßen und die AfD anfangen, von einem Kunstwerk zu sprechen, sollte man wissen, dass etwas schiefgelaufen ist!“
 

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