Nicht nur zum Muttertag: Entlastung von Müttern endlich ernst nehmen

Zum Muttertag am 09. Mai erklärt Ann-Sophie Bohm, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
 
„Mütter haben niemals Pause, kein Wochenende. Sie befinden sich in einem ständigen Bereitschaftsdienst und stehen unter extremer Belastung. Das ist leider in vielen Familien Realität. Denn Kinder zu betreuen, eine Familie zu managen ist ein Vollzeitjob. Häufig verrichten die Frauen zusätzlich Erwerbsarbeit und kümmern sich um den Haushalt. Kein Wunder, dass immer mehr Mütter unter Burnout leiden – der ständige Zeitdruck, die gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter und die ungleiche Aufteilung der Sorgearbeit machen Mütter sehr zu schaffen. So wurde schon im Jahr 2018 festgestellt, dass die Anzahl an Müttern mit Erschöpfungssyndrom in den letzten 10 Jahren um 37 Prozentpunkte gestiegen ist. Die Corona-Pandemie verschlimmert diese Situation noch, da nun die aufgebauten Unterstützungsnetzwerke sowie die Kinderbetreuung weggefallen sind. Wieder waren es überwiegend die Mütter, die ihren Job gekündigt oder ihre Kinderkrankentage ausgereizt haben, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. So haben einer Untersuchung der Barmer zufolge Mütter im ersten Quartal 2021 mehr als doppelt so oft wie Väter das Kinderkrankengeld in Anspruch genommen. Mütter haben allen Grund, von der Bundesregierung enttäuscht zu sein. Denn den Familien wurde bei der Bewältigung der Pandemie die größte Last aufgebürdet. Die wenigen zusätzlichen Kinderkrankentage oder der mickrige Kindergeldbonus können das nicht wettmachen. Stattdessen hätte es ein echtes Corona-Elterngeld gebraucht, um die private Kinderbetreuung zu ermöglichen. Auch bei den Impfungen dürfen Eltern, dürfen Mütter nicht hinten runterfallen – denn Mütter sind systemrelevant!“
 
„Die familienunfreundlichen gesellschaftlichen Bedingungen haben dafür gesorgt, dass Mütter seit Jahrzehnten am Limit arbeiten. Nun sind sie durch die Pandemie weit darüber hinaus gegangen. Mütter müssen endlich entlastet werden! Es braucht dringend einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung und mehr gesetzliche und finanzielle Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung der Sorgearbeit. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss dringend besser werden, unter anderem durch flexiblere Arbeitszeitregelungen, ein Recht auf Homeoffice und die Möglichkeit zu Teilzeit bei Lohnausgleich. Und vor allem müssen wir wegkommen vom gesellschaftlichen Bild der perfekten, sich aufopfernden Mutter. Denn Kinder großziehen, Mutter sein ist kein Privatvergnügen – sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die endlich mehr Unterstützung verdient!“, erklärt Ann-Sophie Bohm abschließend.
 

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