Hebammen und Schwangere endlich besser unterstützen

Bohm und Pfefferlein: Thüringer Geburtshilfe-Gipfel überfällig!

 
Am 12. Mai fand der digitale Feierabend von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Thüringen zum Thema „Hebammen am Limit – Was hilft der Geburtshilfe?“ statt. Zahlreiche Hebammen, grüne Mitglieder, eine Vertreterin einer großen Krankenkasse sowie Landessprecherin Ann-Sophie Bohm und die gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Babett Pfefferlein diskutierten ausführlich die aktuellen Herausforderungen für Schwangere, Gebärende und Hebammen.
 
Dazu Ann-Sophie Bohm: „Hebammen sind für die gute Versorgung und Begleitung von Familien essentiell. Doch in Thüringen gibt es immer weniger freiberufliche Hebammen, in manchen Landkreisen sind fast keine freien Hebammen mehr zu finden. Der Beruf der Hebamme braucht eine Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen. Hebammen müssen zwingender Teil der medizinischen Versorgungskette sein. Es braucht mehr Anstrengungen, um Hebammen besser in die ambulanten medizinischen Strukturen einzubinden – beispielsweise durch die Förderung von Hebammenpraxen.“
 
Babett Pfefferlein ergänzt: „ Auf Vorschlag der grünen Landtagsfraktion wurde in Thüringen 2015 der „Runde Tisch für Geburt und Familie“ gegründet. Dieser soll in Thüringen optimale Bedingungen für die Versorgung mit Hebammenleistungen und eine hochqualitative Begleitung für alle Familien sicher stellen. Dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht, der Runde Tisch muss dringend weiter arbeiten. Die Versorgung mit Hebammenleistungen muss zusätzlich in den Thüringer Krankenhausplan und in die Landesgesundheitskonferenz einfließen. Aber auch kurzfristige Maßnahmen wie eine gesicherte finanzielle Unterstützung der drei Thüringer Geburtshäuser, die Überarbeitung der Weiterbildungsverordnung und der Berufsordnung sowie die Umsetzung der Akademisierung müssen dringend angegangen werden.“
 
Abschließend fordern Bohm und Pfefferlein: „Damit alle Schwangeren in Thüringen problemlos eine Hebamme finden, muss noch einiges getan werden. Gerade im ländlicheren Raum wird die Versorgung immer knapper, zusätzlich schließen Geburtsstationen. Jede vierte Hebamme denkt darüber nach ihren Beruf aufzugeben. Die Schwierigkeiten der Hebammen sind groß, das Thema darf während der Pandemie nicht auf Eis gelegt werden! Es braucht jetzt dringend einen Thüringer Geburtshilfe-Gipfel, um jeder Schwangeren eine gute Versorgung durch eine Hebamme zu sichern und den Kindern Thüringens einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen.“
 

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